Bahntelephon im Ysebähnli am Rhy.

Wer je in den Vereinigten Staaten oder in Kanada Eisenbahn fuhr, kennt die unzähligen Telephonmasten, vollbehängt mit Drähten entlang der Bahngeleise. Unsere Besucher können jetzt in den gleichen Erinnerungen schwelgen. Nachdem wir die Strecke verlängert hatten, wurde der Wunsch nach einem Strecken-Telephon immer grösser, denn Funktelephone entsprachen nicht unserer Vorstellung von Dampflok-Romantik.

Plötzlich kam uns der Zufall zu Hilfe und wir bekamen 5 alte Metall-Aussentelephone. Jetzt ging die Suche nach einer alten Relais-Telephonzentrale los und dank eines Freundes konnten auch dieses Problem gelöst werden.

Die Masten aus druckimprägniertem Holz wurden einbetoniert und auch richtige Isolatoren montiert. lsolatoren von Viehhüter-Elektrozäunen eigneten sich perfekt. Der Original-Freileitungsdraht mit einer Länge von ungefähr 1500 Meter wurde verlegt. Für einen Apparat benötigt es 2 Drähte, aber wir haben 4 Drähte eingebaut, die oberen zwei werden benutzt und die unteren zwei sind nur als Berührungsschutz und Dekoration gebraucht. Die Zentrale ist im Depot an der Wand befestigt und mit Strom 220 Volt für den Betrieb versehen worden.

Dem bestehenden Blechkasten der Zentrale wurde die Front ausgeschnitten und mit einem Verbundglas versehen, damit alle Relais sichtbar werden. Ein Apparat wurde aus einem Original SBB-Signaltelephon und den Teilen einer Feuchtstation angefertigt.

Nachdem alle Drähte verbunden und angeschlossen waren, konnte das erste Bier per Telephon am Kiosk bestellt werden.

Es ist interessant wie die Jugendlichen, die nur noch Funktelephon kennen, auf unser Dampftelephon aus der Vergangenheit reagieren und die älteren Gäste erzählen uns aus Ihren Erinnerungen.

Hannibal

J. Wohlschlegel